SammlungenBotanischer Garten

Nur wenige Einrichtungen leisten so vielfältige Aufgaben wie ein Botanischer Garten: Er ist Ort wissenschaftlicher Forschung und Lehre, schützt vom Aussterben bedrohte Pflanzenarten, bietet öffentliche Bildungsprogramme an, ist eine wichtige Institution des gärtnerischen Handwerks und dessen Ausbildung. Nicht zuletzt ist er aber auch ein Ort der Beschaulichkeit und Erholung.

Mit seiner Gründung im Jahr 1593 gehört der Botanische Garten Heidelberg zu den ältesten Botanischen Gärten überhaupt: Bedeutende wissenschaftliche Arbeiten Heidelberger Botaniker sind untrennbar mit ihm verbunden und seine Forschungs- und Schutzsammlungen sind weltberühmt. Hinzu kommt ein Herbarium mit ebenfalls einzigartigen Belegen.

 

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Der Botanische Garten Heidelberg gehört zu den ältesten Botanischen Gärten überhaupt und seine Geschichte reicht bis in das Jahr 1593 zurück, als von Henricus Smetius – Professor für Medizin – in der Nähe des Heidelberger Schlosses ein Medizinalgarten (Hortus Medicus) angelegt wurde.

Im Laufe seiner Geschichte wurde der Standort des Gartens mehrfach verlegt. Unter Gottlieb Wilhelm Bischoff, dem ersten Professor für Botanik in Heidelberg außerhalb der Medizinischen Fakultät, wird 1834 der fünfte Garten errichtet, zu dessen Direktor 1863 Wilhelm Hofmeister berufen wird. Ihm folgt 1872 Ernst Pfitzer, unter dem Ende der 1870ger Jahre der sechste Garten entsteht, der auch die wertvolle Pfitzersche Orchideensammlung beherbergt. Der jetzige, siebte Garten wurde 1915 eröffnet. Durch Bombeneinschläge verlor der Garten kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges weitgehend seine Pflanzenbestände, darunter auch die Aufsammlungen Pfitzers.

Unter Werner Rauh – Gartendirektor von 1960 bis 1982 – und dem damaligen Wissenschaftlichen Leiter Karlheinz Senghas erhielt der Garten seine heutigen, reichhaltigen Schwerpunktsammlungen (Sukkulenten der Alten und Neuen Welt, Bromelien, neotropische Orchideen).

Während die Gewächshausfläche nach und nach auf heute 4.000 Quadratmeter vergrößert werden konnte, büßte der ursprünglich 3,9 Hektar große Garten durch den Bau von Universitätsinstituten bereits in den 1970er Jahren etwa ein Viertel seiner Freilandfläche ein.